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Interessengemeinschaft für die Erhaltung des ländlichen Raumes im Norden von Huntlosen

 


Lärmemissionen

Wir sind der Meinung, dass die Logistik der Firma Kornkraft in ein Gewerbegebiet nicht passt. Wenn auch nachts LKWs die Lagerhallen anfahren bzw. verlassen, und dies sechs (!) Tage in der Woche, dann ist dies mit einer Lärmentwicklung verbunden, die eigentlich in ein Industriegebiet (und nicht in ein Gewerbegebiet mit niedrigeren zulässigen Schallwerten) gehört. Nach einem zweiten Schallgutachten hat sich diese Auffassung bestätigt. In jedem Fall ist ein solcher Lärm für die Anwohner unzumutbar, und dies in Huntlosen, Ahlhorn oder sonstwo. Wir verstehen, dass Kornkraft die Möglichkeit haben muss zu wachsen, doch die Errichtung eines derartigen Logistikzentrums ist nur fernab von Wohnbebauung wo auch immer möglich. Und es ist nicht vermittelbar, dass sich die Logistik der Firma Kornkraft an anderen Gewerbe- und Industrieansiedlungen in verfügbaren Gewerbe-/Industriegebieten stört, selbst aber Wohnbereiche stören darf.

Das BundesImmissionsSchutzGesetz (BImSchG) regelt u. a. die zulässigen Lärmbelästigungen. Das vorhandene Wohnen an der Sannumer Straße, unmittelbar gegenüber dem geplanten Gewerbegebiet, liegt im Außenbereich und ist deshalb wie ein Mischgebiet vor Lärm zu schützen. Maximal zulässig sind hier tags 60 dB(A), nachts 45 dB(A). Die Wohnhäuser sind sowieso schon vom zunehmenden LKW-Verkehr auf der Sannumer Straße sowie (vor allem am Wochenende) durch Motorrad-Ausflügler stark belastet. Da bleibt wenig Spielraum für zusätzlichen Lärm, weder für Kornkraft, noch für weiteres Gewerbe auf der Restfläche. Ein LKW produziert Schall von 80 dB(A). Deshalb werden in Deutschland häufig Logistikansiedlungen in Gewerbegebieten abgelehnt, insbesondere wenn sie, wie Kornkraft, regelmäßig Nachtverkehr benötigen. Man hat deshalb ein zweites Schallgutachten erstellt. Nun will man aber durch die Bildung von Schallsektoren die maximal zulässigen Schallbelastungen ermöglichen. Von der Möglichkeit, hier die Anwohner zu schützen und die Belastung durch Festsetzungen niedrigerer Werte zu vermindern, wird nicht Gebrauch gemacht. Geht man so auf seine Bürger zu?

5 Kommentare

  1. Helge Lüddemann

    korrekt. Als Bewohner der Hosüne kann ich bestätigen, dass der nächtliche Ladeverkehr auf dem Kornkraft-Betriebsgelände einen ungestörten Schlaf bei offenem Fenster unmöglich macht, auch am Wochenende. Auch wenn die gesetzlich zulässigen Grenzwerte für Schall-Immissionen (an meinem Schlafplatz) nicht permanent überschritten werden, so kann ich doch sagen: Der Lärm NERVT!!! Ich kann der Firma daher nur raten, ihre Großhandels-Logistik an einen anderen Standort zu verlagern, weit entfernt von jeglichen Wohngebäuden, und zwar IM EIGENEN INTERESSE (heisst: um sich gar nicht erst mit AnwohnerInnen vor Gericht auseinandersetzen zu müssen, die dann den gesamten Betrieb mit einer voraussichtlich erfolgreichen Unterlassungsklage auf Eis legen).

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    • dorfkraft.de

      Danke für Deine Einschätzung. Die Aussage vom Bürgermeister in der Informationsveranstaltung der betroffenen Anwohner am 25.04.2019, es würden ca. 2-3 LKWs in der Nacht an- und abfahren, wäre dann doch falsch, oder?

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  2. Helge Lüddemann

    Die vom Bürgermeister genannte Zahl (2-3 LKW pro Nacht) mag aktuell am Standort Hosüne zutreffen, und an manchen Tagen sind auch weniger Laster zu hören. Dennoch stellt die Aussage des BM aus meiner Sicht eine grobe, ja fast schon unredliche Verharmlosung des Problems dar, und zwar aus 4 Gründen:

    1) Wer mehrmals pro Woche je 2 mal aus dem Nachtschlaf gerissen wird, begreift sehr schnell, dass solch ein Zustand auf Dauer inakzeptabel ist. Machen Sie doch mal ein Selbstexperiment, einfach den Wecker mehrmals pro Nacht klingeln lassen oder sich von einer anderen Person wachrütteln lassen. Danach haben Sie garantiert begriffen, dass „zwei“ im Vergleich zu „null“ eine verdammt große Zahl ist.

    2) Die LKW verursachen nicht nur Fahrgeräusche. Gerade im Sommer müssen einige der Lastwagen mit Kühlaggregaten ausgerüstet sein, die dann permanent laufen. Außerdem kommt es immer wieder zu Lärmspitzen durch die Vorgänge beim Be- oder Entladen. Ich hoffe, dass Kornkraft und Bauamt umsichtig genug sind, dies bei der baulichen Planung zu berücksichtigen, so dass der Ladeverkehr dann nur auf der dorfabgewandten Seite stattfindet.

    3) Das am neuen Standort geplante Lager soll erheblich größer sein als das bisherige Lager auf/neben der Hosüne. Indem man das Raumvolumen der beiden Lager vergleicht, könnte man die zu erwartende Anzahl der nächtlichen LKW-Fahrten berechnen. Allerdings möchte ich an dieser Stelle keine unredlichen Mutmaßungen darüber anstellen, ob die zusätzlichen Lagerkapazitäten tatsächlich zu einer entsprechenden großen Steigerung des nächtlichen Warenverkehrs führen werden. Jede(r) Interessierte möge die zu erwartenden Zahlen selber ausrechnen oder direkt bei Kornkraft erfragen.

    4) Wie bereits im ersten Kommentar gesagt: Ladeverkehr findet auch am Wochenende statt.

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  3. Helge Lüddemann

    Nachtrag (zur Relevanz der Lärmbelästigung):

    Es ist keineswegs so, dass ich regelmäßig durch den hiesigen Kornkraft-Ladeverkehr aus dem Schlaf gerissen würde. Das ist bisher „erst“ ein paar mal geschehen. Die Geräuschkulisse bringt mich nicht um, ich finde sie einfach „nur“ nervig, vor allem hier an diesem Ort (Hosüne). Dabei muss man bedenken, dass zwischen meiner Wohnung und dem Verladeplatz 2 Häuser und ein paar Bäume stehen, und dass die Lastwagen nicht direkt an meinem Haus vorbeifahren.

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    • Olav Bruns

      Zu 2) Bei der Informationsveranstaltung am 13.05.2019 wurden die jetzigen Pläne näher erläutert. Zwar soll in der Endausbauphase die dorfabgewandte Seite die Hauptbeladungszone sein, doch bedingt durch die Erschließung würde in der ersten Ausbaustufe (Leergut- und Tiefkühllager) die Anbindung in Richtung Huntlosen erfolgen. Auf Nachfrage soll dies baulich auch so bleiben – warum? Mehrere Anwohner wären hierdurch direkt betroffen. Und selbst wenn alle LKWs nur dorfabgewandt anliefern würden, wären wieder andere Anwohner direkt betroffen. Zudem soll in diesem Bereich die Abbiegespur (Achtung tree-hugger: 200 Jahre alte Eichen müssen weichen) errichtet werden. Anfahrende und abbremsende LKWs – was für ein Wahnsinn! In diesem Kontext muss man doch noch einmal die Fragen stellen: Warum werden keine vorhandenen Flächen genutzt? Warum gibt es ein Wunschkonzert der Fa. Kornkraft (s. Rubrik: Druck auf die Gemeinde)? Welche anderen Möglichkeiten wurden im Vorfeld des Verfahrens untersucht? Welche anderen Interessen stehen vielleicht noch dahinter?… Bislang sind unsere Fragen nicht zu unserer Zufriedenheit beantwortet.

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