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Interessengemeinschaft für die Erhaltung des ländlichen Raumes im Norden von Huntlosen

 


Ersatzmaßnahmen

Wer der Natur etwas nimmt, wird zu Ersatzmaßnahmen (Ausgleichsflächen) verpflichtet. Verschlechtert sich eine Fläche im ökologischen Sinne, muss eine andere Fläche ökologisch verbessert werden. Wird eine Fläche zubetoniert, so muss eine andere Fläche höherwertig kultiviert werden. In der bisher vorgestellten Planung liegt der Bereich der ökologischen Verbesserung innerhalb des Bereiches des geplanten Gewerbegebietes selbst! Das hat uns die Gemeinde am 25. April 2019 so vorgestellt, es sieht nach einem Perpetuum Mobile aus. Auf die gutachterliche Ökobilanz darf man also gespannt sein.

Allein interne Ausgleichsflächen vorzusehen ist nicht zulässig. Es müssen auch externe Ausgleichsflächen geschaffen werden. Ginge man mit der Logistik der Firma Kornkraft in eines der (z.B. in Ahlhorn) bestehenden Gewerbegebiete, so könnte man die bestehende landwirtschaftlich genutzte Fläche bestehen lassen und bräuchte keine Ersatzmaßnahmen.

3 Kommentare

  1. Helge Lüddemann

    Hallo, geht’s noch?! – Landwirtschaftliche Bodennutzung anno 2019 ist das exakte Gegenteil von naturnaher Flächengestaltung. Tonnenweise Dünger und Chemie, damit überhaupt noch irgendwas auf den ausgelutschten Böden wächst … Wenn man einen Acker zu 50% zubetoniert, dafür aber die anderen 50% VERNÜNFTIG begrünt, dann werden dadurch immerhin 50% der zuvor vergewaltigten Agrarfläche renaturiert. Die entscheidende Frage ist, ob sich eine Ausgleichsfläche in unmittelbarer Nähe zu Lagerhallen, Verladerampen und lauten Kühlanlagen überhaupt re-„naturieren“ lässt! — Ich bin daher sehr gespannt, was die Renaturierungs-Konzepte der neu angesiedelten bzw. umgesiedelten Gewerbebetriebe so hergeben. Beschissener als ein agrartechnisch ausgebeuteter Acker kann’s eigentlich kaum werden…

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    • dorfkraft.de

      Ja, es geht! Du hast allerdings Recht mit der aktuellen Nutzung als konventionelle Ackerfläche. Dennoch werden durch die Versiegelung von Natur- und Ackerflächen derzeit noch täglich ca. 69 ha in Bauland umgewandelt. Eine ökologische Landwirtschaftsreform benötigt aber genau diese Flächen um sich letztlich durchsetzen zu können. Eine dann versiegelte Fläche ist hier nicht mehr hilfreich. Die Umstellung von konventionell genutzten Äckern zum Ökolandbau dauert ca. 2-3 Jahre. (https://www.oekolandbau.de/landwirtschaft/betrieb/oekonomie/foerderung/) Diese Möglichkeiten dürfen wir uns nicht durch solche Bauvorhaben nehmen lassen. Nicht umsonst heißt es im Baugesetzbuch §1 und 1a, dass der Innenentwicklung Vorrang vor neu auszuweisenden Flächen zu geben ist.

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  2. Helge Lüddemann

    Na sicher, irgendwas geht immer 🙂 Doch wer will schon seine Ackerflächen (oder gar Bauland) zum Zwecke der Renaturierung verkaufen? Den Vorschlag, anstelle einer Bebauung eine Umstellung auf Ökolandbau voranzutreiben, finde ich da schon eher machbar. Vielleicht könnte man die Gemeinde überreden, sich über Fördermittel an solch einer Umstellung zu beteiligen? Weniger Gift auf den Ackerflächen wäre nicht nur toll fürs Image der Gemeinde sondern sicher auch im Interesse der angrenzenden Bewohner, und generell besser für die Tier- und Pflanzenwelt in der Umgebung!

    Wenn man diesen Gedanken konsequent weiterverfolgt, dann könnte man ja auch ein Gesamtkonzept „Ökopark Huntlosen“ daraus stricken, wo KK mit Bioware von den direkt ans Betriebsgelände angrenzenden Ackerflächen beliefert wird. Kürzere Transportwege und frischere Ware wären nicht denkbar, und es ergäben sich ganz neue Möglichkeiten im Zwischenhandel… Ob am Ende wirklich alle von solch einer Kooperation profitieren, kann ich allerdings nicht sagen. Einerseits kann ich weder die marktüblichen Mengen und Handelsmargen noch den hausinternen Mehraufwand bei KK einschätzen, und andererseits habe ich keine Ahnung, ob solch ein Konzept an diesem Standort agrartechnisch machbar und ökologisch sinnvoll wäre. – Ich will mit dieser Idee kein komplett neues Fass aufmachen sondern nur andeuten, dass die Option „Ökopark Huntlosen (KK umzingelt von Bio-Äckern)“ vielleicht Synergieeffekte ermöglichen könnte, die zu einer ökologisch günstigeren Umgestaltung der Ackerflächen am Ortsrand führen als eine Umsiedlung von KK nach Ahlhorn.

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